Auszeichnung mit Fahnenenthüllung gefeiert
Kaufering, 13. April 2026 – Bereits vor den Osterferien fand an der Montessorischule Kaufering eine besondere Feierstunde statt. Im Rahmen eines festlichen Fahnenhissens wurde die Schule offiziell als „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“ ausgezeichnet. Mit dieser Ehrung wird das langjährige und vielfältige Engagement der Schule im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung gewürdigt.
Zur Veranstaltung versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter
der Schulleitung, des Lehrkörpers, der Schülervertretung, der schuleigenen Nachhaltigkeits- und Garten-AG sowie Vertreter aus Politik und Öffentlichkeit aus Kaufering und Igling. In einem feierlichen Rahmen wurde die Auszeichnung gemeinsam gewürdigt, bevor schließlich die Fahne entrollt wurde – ein sichtbares Zeichen für den Einsatz der Schulgemeinschaft.
Grundlage für die Auszeichnung sind zwei zentrale Jahresthemen, denen sich die Schule intensiv gewidmet hat: die Förderung der biologischen Vielfalt sowie Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung. In beiden Bereichen konnte die Montessorischule mit konkreten Projekten und nachhaltigen Konzepten überzeugen.
Im Bereich der Biodiversität stand insbesondere das Projekt „(Wild-)bienenfreundliche Schule“ im Fokus. Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen gestalteten eigenständig eine Blühfläche auf dem Schulacker, die als wichtige Nahrungsquelle für Insekten dient. Ergänzend wurden durch einen angelegten Steinhaufen neue Lebensräume geschaffen. Ein weiterer zentraler Baustein ist die Schulimkerei, in der die Jugendlichen Verantwortung für Bienenvölker übernehmen und ihr Wissen im Peer-to-Peer-Prinzip weitergeben. Pflanzaktionen, externe fachliche Unterstützung sowie die Einbindung weiterer Klassen rundeten das Projekt ab.
Auch im Handlungsfeld Klimaschutz setzte die Schule deutliche Akzente. Im Projekt „Unser Klassenwetter“ untersuchten Schülerinnen und Schüler systematisch das Raumklima in ihren Klassenzimmern. Sie erfassten Daten zu Temperatur und Luftqualität, analysierten deren Einfluss auf Konzentration und Wohlbefinden und entwickelten darauf basierend konkrete Verbesserungsmaßnahmen. Daraus entstand unter anderem das Folgeprojekt „Schattenbäume“, bei dem klimaresiliente Bäume zur nachhaltigen Verbesserung des
Mikroklimas auf dem Schulgelände gepflanzt wurden. Ergänzend wurden Maßnahmen zur Energieeinsparung umgesetzt, etwa durch ein bewussteres Heiz- und Lüftungsverhalten.
In seiner Ansprache machte Schulleiter Fabian Helas deutlich, dass es dabei um weit mehr als einzelne Maßnahmen gehe. Es gehe nicht nur um Mülltrennung oder Energiesparen, sondern vor allem um die Entwicklung einer grundlegenden Haltung. Ziel sei es, bei den Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein für Respekt gegenüber der Umwelt, den Mitmenschen und der eigenen Verantwortung zu fördern.
Zugleich stellte Helas den engen Bezug zur Pädagogik Maria Montessoris heraus. Diese habe bereits in einer Zeit großer Umbrüche davor gewarnt, dass der Mensch den Kontakt zur Natur verlieren könnte. Eine Umweltschule im Sinne Montessoris vermittle daher nicht nur Wissen, sondern fördere auch ein umfassendes Umweltbewusstsein. Das Kind stehe zwar im Mittelpunkt, werde jedoch stets als Teil eines größeren Zusammenhangs verstanden – eingebunden in die Umwelt, die Gesellschaft und die Zukunft.
Entscheidend sei, so Helas weiter, dass Kinder die Wirkung ihres eigenen Handelns erfahren. Nur so könne echte Verantwortung entstehen – eine Fähigkeit, die in der heutigen Gesellschaft dringend gebraucht werde. Diese Grundhaltung spiegele sich im gesamten Schulalltag wider, sei es im Unterricht, in Energieprojekten, bei der Förderung der Biodiversität oder in der Schulimkerei.
Auch der Kauferinger Klima- und Umweltschutzbeirat würdigte die Auszeichnung. Der Vorsitzende Dr. Michael Kortstock betonte, dass die an der Schule behandelten Themen inhaltlich eng mit den Zielen des Gremiums übereinstimmen. Die Veranstaltung sei daher ein wichtiger Schritt für die Zukunft, zumal sich die Gemeinde Kaufering das Ziel gesetzt habe, Klimagemeinde zu werden. Die an der Schule umgesetzten Projekte passten in besonderer Weise zu diesem Vorhaben.
Zugleich wurde angeregt, die Zusammenarbeit künftig weiter zu intensivieren. Es sei sinnvoll, Aktivitäten stärker aufeinander abzustimmen, da die gesetzten Ziele nicht isoliert, sondern gemeinsam effektiver erreicht werden könnten. Der Klimabeirat sehe sich dafür gut aufgestellt und freue sich auf eine enge Kooperation.
Umweltbildung versteht die Montessorischule Kaufering dabei ausdrücklich nicht als einmaliges Projekt, sondern als langfristigen Prozess. Dieser sei kontinuierlich in Entwicklung und benötige Zeit – auch wenn man sich mitunter schnellere Fortschritte wünsche.
Darüber hinaus ist Nachhaltigkeit fest im Schulalltag verankert. Dazu zählen unter anderem konsequente Mülltrennung, eine regionale und biologische Verpflegung, die Nutzung einer Photovoltaikanlage sowie regelmäßige Projekte und Kooperationen mit externen Partnern. Eine aktive Nachhaltigkeits-AG sorgt dafür, dass bestehende Maßnahmen weiterentwickelt und neue Impulse gesetzt werden.
Die Auszeichnung als „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“ ist für die Montessorischule Kaufering somit nicht nur eine Anerkennung der bisherigen Arbeit, sondern zugleich ein Ansporn für die Zukunft. Mit ihrem Engagement setzt die Schule ein deutliches Zeichen für gelebte Umweltbildung und verantwortungsbewusstes Handeln – weit über den Unterricht hinaus.

