HEUTE – Montessori bei uns

Unsere Pädagogik gründet auf dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten reformpädagogischen Konzept von Maria Montessori. Jetzt, nach fast 150 Jahren, bestätigt die Neurowissenschaft die Erkenntnisse, die Maria Montessori durch Beobachtung erlangt hat. Einige Beispiele:

  • Das Leben in der modernen Gesellschaft erfordert die Fähigkeit, sich Wissen selbst anzueignen, eigenständig Lösungen für Probleme zu finden und sich selbst zu kontrollieren, um sich zu verbessern. Die Freiarbeit und das vielfältige Materialangebot als Teil unseres Unterrichtskonzepts fördert diese Selbstständigkeit. Selbstkontrolle anstatt Fremdkontrolle beginnt in der ersten Jahrgangsstufe und kreative Lösungswege werden begrüßt, nicht bewertet.
  • Konzentriertes Arbeiten ist heute überall erforderlich, Ablenkung und externe Impulse sind allgegenwärtig. Maria Montessori entdeckt das „Konzentrationsphänomen“, in ihren Worten die Polarisation der Aufmerksamkeit, Neudeutsch den „Flow“, bereits damals. Wir fördern die Fähigkeit der Schüler, sich entsprechend ihrer Interessen in Aufgaben, Themen und Material zu vertiefen und sich selbst zu bilden.
  • Kinder werden zu mündigen, selbstbewussten Erwachsenen mit Werten, die eine tolerante, friedfertige Gesellschaft tragen und jedem ermöglichen, sich mit seinen Stärken einzubringen. Montessori-Unterricht vermittelt die kosmischen, sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhänge unserer modernen Welt. Persönlichkeitsbildende, demokratische und ökologische Aspekte gehören ebenso zu unserer Ausbildung wie die Orientierung am bayerischen Lehrplan.

Voraussetzungen dafür im Schulalltag:

  • Klassenzusammensetzung – In unseren Klassen mit maximal 25 Schülern wirken jeweils zwei Pädagogen. Damit erreichen wir ein Betreuungsverhältnis von ca. 12 Kindern auf einen Pädagogen und können uns intensiv auf den Lernprozess jedes Schülers einlassen. Wir sind stolz darauf, jedem Kind den Rahmen bieten zu können, den es braucht, um individuell wahrgenommen und unterstützt zu werden. So kann es seinen Fähigkeiten und seinem inneren Antrieb entsprechend lernen und voranschreiten.
  • Freiarbeit – Sie ist das Zentrum des Unterrichts, in dem der Schüler das selbstständige und eigenverantwortliche Lernen und Arbeiten mit Hilfe des Pädagogen entwickelt und durchführt. Jedes Kind entscheidet selbst, was es arbeitet, mit wem und wie lange. Die Pädagogen begleiten das Kind bei seiner Planung und unterstützen es darin seine Arbeiten zu beenden und eine innere Disziplin zu entwickeln.
  • Vorbereitete Umgebung / spezielle Lernmaterialien – Die sogenannte „vorbereitete Umgebung” ist ein Kern der Montessoripädagogik. Alle Lernräume werden so gestaltet, dass die Kinder bereits durch die Umgebung und durch den optimalen Zugriff auf das spezielle Montessori-Material Lernimpulse verspüren und die für ihren Entwicklungsstand angemessenen Lerninhalte vorzufinden. Die vorbereitete Umgebung unterstützt und fördert die Kinder optimal in ihrer Entwicklung und Bildung.
  • Jahrgangsgemischte Gruppen – Nicht Homogenität, sondern Heterogenität ist das Band des sozialen Lernens. In altersgemischten Gruppen kann man beobachten, dass jüngere Kinder sich von älteren inspirieren lassen und gerade auch ältere Kinder oft ein besonderes Talent im Erklären von Sachverhalten haben und damit den Lernstoff nochmals verinnerlichen.

Die Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik haben wir als Download für Sie zusammengestellt:

Kinder mit Bausteinen
Kinder mit Lernmaterial
Zwei Mädchen lernen zusammen
Schüler tragen etwas vor

GESTERN – Montessoris Leben

31. August 1870: Maria Montessori wird in Chiaravalle, Italien geboren.
1896: Sie schließt ihr Medizinstudium mit Promotion ab und wird damit zu einer der ersten Ärztin Italiens.
1896 bis 1898: Maria sammelt erste Erfahrungen im Umgang mit geistig behinderten Kindern als Assistenzärztin in der Kinderabteilung einer psychiatrischen Klinik in Rom. Hier gewinnt sie die Erkenntnis, dass alle Kinder (unabhängig, ob behindert oder nicht) einen Eigenantrieb zum Lernen haben. Basierend darauf entwickelt sie kindgerechte Materialien und Möbel.
1898: Geburt ihres Sohnes Mario
1907: Eröffnung des Casa dei Bambini (Tagesheim für Kinder in einem Elendsviertel von Rom). Maria schafft eine vorbereitete Umgebung für die Kinder und beobachtet diese im Umgang mit den, von ihr selbst entwickelten, Materialien. Sie schult Erzieherinnen, welche die Kinder zum selbständigen Tun animieren sollen.
1909: Marias erstes Buch „Il Metodo“ erscheint; sie entwickelt weiteres Lernmaterial und reist für Vorträge und Kongresse auf der ganzen Welt umher
1939 bis 1946: Flucht nach Indien
1946: Rückkehr nach Europa, Weiterführung ihres Lebenswerks
1949: Nominierung für den Friedensnobelpreis (erneut 1950 und 1951); Ehrung durch die Sorbonne (Paris) mit dem Kreuz der Ehrenlegion.
6. Mai 1952: Maria stirbt in Noordwijk aan Zee, Niederlande