Montessori-Pädagogik

Welches sind die wichtigsten Gesichtspunkte der Montessori Pädagogik?

Unsere Pädagogik gründet auf dem reformpädagogischen Konzept von Maria Montessori.

Wichtige Aspekte dieser zeitgemäßen Pädagogik sind:

  • Offener Unterricht
     
    • In unseren Klassen mit maximal 25 Schülern wirken jeweils zwei Pädagogen. Damit erreichen wir ein Betreuungsverhältnis von 12,5 Kindern auf einen Pädagogen und können uns intensiv auf den Lernprozess jedes Schülers einlassen.

    • Wir sind stolz darauf, jedem Kind den Rahmen bieten zu können, den es braucht, um individuell wahrgenommen und unterstützt zu werden. So kann es seinen Fähigkeiten und seinem inneren Antrieb entsprechend lernen und voranschreiten.
  • Freiarbeit

    • Ziel der Freiarbeit ist das selbstständige und eigenverantwortliche Lernen und Arbeiten. Jedes Kind entscheidet selbst, was es arbeitet, mit wem und wie lange.
  • Vorbereitete Umgebung / spezielle Lernmaterialien
     
    • Ein Schwerpunkt der Montessori-Pädagogik ist die sogenannte „vorbereitete Umgebung”. Das ist ein vielschichtiger, von den Bedürfnissen und dem Entwicklungsstand des Kindes wie auch von den gesellschaftlichen Bedingungen abhängiger Begriff. Für uns als Schule bedeutet es, alle Lernräume so zu gestalten, dass die Kinder bereits durch die Umgebung und durch den optimalen Zugriff auf das spezielle Montessori-Material Lernimpulse verspüren. Das ist eine wichtige Voraussetzung für den selbstbestimmten Lernprozess. So können unsere Kinder ihre Potentiale laufend weiter entfalten.

    • Die Kinder wählen das Material nach ihrem Interesse aus. Dieses ermöglicht Selbstbildung und Selbsterziehung. Es stehen Sinnesmaterial, Sprachmaterial, mathematisches Material, kosmisches Material, Perlenmaterial und weitere Materialien, z.B. zu Übungen des täglichen Lebens oder zu Übungen der Stille, zur Verfügung.

    • So kann die vorbereitete Umgebung als „Dritter Pädagoge“ bezeichnet werden, der die Entwicklung, Bildung und Förderung der Kinder optimal unterstützt.
  • Jahrgangsgemischte Gruppen

    • Nicht Homogenität, sondern Heterogenität ist das Band des sozialen Lernens. In altersgemischten Gruppen kann man beobachten, dass jüngere Kinder sich von älteren inspirieren lassen und gerade auch ältere Kinder oft ein besonderes Talent im Erklären von Sachverhalten haben.

      Bei uns werden folgende Lerngruppen gebildet:

      Grundstufe

       (1. - 3. Jahrgangsstufe)

      Mittelstufe

       (4. - 6. Jahrgangsstufe)

      Oberstufe/ Erdkinderplan

       (7. - 8. Jahrgangsstufe)

      Oberstufe / Abschluss

       (9. - 10. Jahrgangsstufe)

  • IzEL – Informationen zum Entwicklungs- und Lernstand

    • Diese schriftlichen Informationen ersetzen an unserer Schule die Notenzeugnisse. In halbjährlich stattfindenden Vier-Augen-Gesprächen zwischen Schüler und Lehrkraft schätzen sich die Kinder sehr umfangreich selbst ein und erhalten eine Fremdeinschätzung ihres Lehrers. Diese findet sich dann wieder in den „Informationen zum Entwicklungs- und Lernprozess" (IzEL) und geben Schülern und Eltern regelmäßig eine gute Rückmeldung über Sozial- und Lernverhalten sowie die fortschreitende Entwicklung.

Welche Rolle spielen die Pädagogen bei der Montessori-Pädagogik?

In unserer Schule verstehen sich die Pädagogen als Lernbegleiter, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes zu sehen und jeden Schüler individuell durch seine Schullaufbahn zu begleiten, gemäß dem Leitsatz der Montessori-Pädagogik: „Hilf mir, es selbst zu tun“.

Die Pädagogen lassen sich durch die professionelle Beobachtung des Kindes von der inneren Motivation und dem Lernimpuls des Kindes in ihrem pädagogischen Handeln leiten. Dadurch sind sie in der Lage, über die Ermittlung des Entwicklungsstandes des Kindes hinaus die Persönlichkeit mit den individuellen Stärken und Schwächen zu erfassen.

Immer muss die Haltung des Lehrers die der Liebe bleiben. Dem Kind gehört der erste Platz, und der Lehrer folgt ihm und unterstützt es. Er muss auf seine eigene Aktivität zugunsten des Kindes verzichten. Er muss passiv werden, damit das Kind aktiv werden kann

Maria Montessori

Welche Rolle spielen die Eltern bei der Montessori-Pädagogik?

Viele Dinge sind an unserer Schule anders als an einer Regelschule. Diesen anderen Weg mit dem Kind und uns gemeinsam zu gehen, erfordert Bereitschaft, Mut und Vertrauen: Vertrauen in die Fähigkeiten der Kinder, Bereitschaft, ihnen wirklich Zeit zu lassen und Mut, sich auch einmal gegen „Andersdenkende“ zu behaupten. Vertrauen aber auch in unsere Schule und ganz besonders in unsere Pädagogen.

Kinder und Jugendliche spüren genau, ob gut und ehrlich zusammen gearbeitet wird oder ob Ängste, Vorbehalte und Befürchtungen eher „hinten herum“ ausgetragen werden. Wichtig ist, ihnen durch eine offene Erziehungspartnerschaft einen „sicheren“ Lernboden zu bereiten. Dabei ist es wichtig, dass alle Parteien die Kompetenzen des jeweils anderen beachten.

Welche Rolle spielt das Kind bei der Montessori-Pädagogik?

Das Kind steht bei der Montessori-Pädagogik im absoluten Mittelpunkt! „Ja – ist das denn nicht bei jeder Pädagogik so?“ Nein!

Was diese fast schon banal klingende Aussage in der Praxis bedeutet, kann ein kleines Beispiel zeigen. Wir haben durch eigene Erfahrungen im Leben oft den Eindruck, dass wir Kinder in ihrem Entwicklungsstand vergleichen können und auch sollten. Daher sind Gedanken wie „Lernt unser Kind auch genug?! Alle anderen können dies oder das schon viel besser!“ keine Seltenheit.

Die Montessori-Pädagogik hat darauf folgende Antwort:

Das Kind erhält die Zeit, die es braucht, um wichtige Entwicklungsphasen zu durchlaufen.
Weder Eltern noch Pädagogen bestimmen, wo das Kind steht und was es kann. „Das Kind ist der Baumeister seiner selbst!“
Wir brauchen Zeit, um Entwicklungsschübe abwarten und sensible Phasen für ein bestimmtes Interessensgebiet nutzen zu können.
An einer Montessorischule arbeitet jedes Kind in seinem Tempo und Rhythmus. Das ist ein Kern der Pädagogik. Daher vergleichen wir nicht den Entwicklungsstand der Kinder untereinander, sondern nur den individuellen Entwicklungsstand des Kindes zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Inklusion im Sinne von Maria Montessori

Inklusion bedeutet für uns im Sinne Maria Montessoris eine Schule der Vielfalt, in der SchülerInnen verschiedener Begabungen und Temperamente, unterschiedlicher Lern- und Entwicklungstempi in einem inklusiven Miteinander und voneinander lernen können. Hierfür überprüfen wir individuell für jedes Kind - unabhängig von seinen Stärken und Schwächen - ob unsere Schule die geeignete Lern- und Entfaltungsumgebung bieten kann. Durch unser pädagogisches Konzept sind wir eine Schule in Bewegung, die sich auch im Sinne der Inklusion ständig weiterentwickelt.

Wie leben wir Inklusion an unserer Schule

In Anlehnung an die UNSECO-Leitlinien für die Bildungspolitik sowie dem Index für Inklusion nach Bobath und Hinz verstehen wir unter Inklusion einen Prozess, bei dem die Bedürfnisse und Besonderheiten aller Menschen respektiert und gegenseitige Hilfsbereitschaft praktiziert wird. Ein Teilaspekt der Inklusion ist unserer Auffassung nach das Zusammenleben und gemeinsame Lernen von SchülerInnen mit und ohne Behinderung, welches wir im Sinne der Pädagogik Maria Montessoris als Schulgemeinschaft mit Haltung einer inklusiven Gesellschaft leben. Dies bedeutet, dass wir im Sinne der Inklusion …

  • ... alters- bzw. jahrgangsgemischt arbeiten
  • ... die SchülerInnen an ihrem Lernprozess beteiligen
  • ... die Unterschiede jedes/r einzelnen Schülers/in als Chance zu einem inklusiven Miteinander im gemeinsamen Lernen verstehen
  • ... Kinder und Jugendliche nicht nach Leistungsstand und Begabung selektieren

Damit dies gelingt, überprüfen wir bei der Schulaufnahme, ob wir für alle Kinder die geeignete Lernumgebung und somit optimale Lern- und Entfaltungsmöglichkeiten bereitstellen können. Die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit sog. Beeinträchtigungen an unserer Montessorischule kann momentan nur mit viel persönlichem und ehrenamtlichem Engagement seitens der PädagogInnen sowie Eltern gelingen. Momentan kann das große Engagement jedoch nicht in allen Fällen eine fachlich notwendige Förderung ersetzen, da u. a. vom Bayerischen Kultusministerium für die praktische Umsetzung der Inklusion bzgl. der UN-Behindertenrechtskonvention keine besonderen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden.

In der Ausübung der vorgestellten inklusiven Haltung und somit gesellschaftlichen Vision im Sinne Maria Montessoris werden wir durch die Zusammenarbeit mit SchulbegleiterInnen in den Klassen sowie durch eine Inklusions-AG unterstützt.

Literaturempfehlungen

Bei uns an der Schule im Schulbüro sind folgende Bücher / Konzepte erhältlich:

Ingeborg und Jürgen Müller-Hohagen

Montessori – das Richtige für mein Kind? Ein Orientierungsbuch Sonderausgabe vom Montessori Landesverband Bayern e. V.

5 Euro
Das gemeinsame Schulkonzept der Schulen
im Montessori Landesverband Bayern e. V.

5 Euro

Weitere Literatur finden Sie auch bei amazon.de:

Echte Hingabe an eine Sache ist nur mit Freiheit möglich!

MARIA MONTESSORI

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